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Hybrid Meetings: Vom Frustformat zur gestalteten Experience

Eine dysfunktionale Meeting-Kultur ist in vielen Organisationen weit verbreitet – und längst mehr als ein subjektives Gefühl.

Vor diesem Hintergrund widmete sich der Workshop „Designing Hybrid Connection“ beim Future Experience Forum genau dieser alltäglichen, aber zentralen Praxis – dem Meeting. Geleitet von Gerhard Abel und Christoph Kolbeck wurde ein Perspektivwechsel angestoßen: weg vom Meeting als organisatorische Notwendigkeit, hin zu einer bewusst gestalteten Experience.

Meetings machen oder Verbindung gestalten?

Gute Meetings brauchen Gestaltung: räumlich, technologisch und vor allem kulturell.

Oder, wie es im Workshop formuliert wurde: „Meetings sind ja zum Großteil Kultur und zum anderen großen Teil Raum – und auch digitaler Raum.“

Schnell wurde klar: Gute Meetings entstehen nicht durch bessere Tools allein. Entscheidend ist, wie Interaktion, Rollen, Erwartungen und Aufmerksamkeit gestaltet werden.

Hybride Meetings machen Probleme sichtbar

Gerade hybride Settings wirken dabei wie ein Vergrößerungsglas. Sie zeigen, wo es in der Zusammenarbeit bereits vorher gehakt hat: fehlende Klarheit, ungleiche Beteiligung oder mangelnde Aufmerksamkeit. Ein typisches Szenario, das viele Teilnehmende wiedererkannten: Ein Teil der Gruppe sitzt gemeinsam im Raum, andere sind remote zugeschaltet. Vor Ort entsteht Dynamik, online bleibt sie unsichtbar. Es entstehen Lücken – in der Wahrnehmung, in der Beteiligung, in der Verbindung.

Die Erkenntnis daraus: Das Problem ist nicht das hybride Format an sich. Das Problem ist fehlendes Design.

Lernen durch Überzeichnung: Die „Worst-Case-Meetings“

Ein ebenso unterhaltsamer wie aufschlussreicher Teil des Workshops war die Arbeit mit sogenannten „Worst-Case-Meetings“. Typische Meeting-Marotten wurden mit Schildern sichtbar gemacht und in kurzen Szenen performativ nachgestellt.

Die Bandbreite reichte von fehlender Agenda über unklare Moderation bis hin zu paralleler Kommunikation und technischer Überforderung. Die Überzeichnung machte sichtbar, wie nah diese Szenarien an der alltäglichen Realität sind.

Gleichzeitig eröffnete sie den Raum für eine zentrale Frage:
Was genau läuft hier schief – und wie können wir Meetings künftig besser gestalten?

Sechs Prinzipien für bessere (hybride) Meetings

Aus der gemeinsamen Reflexion lassen sich sechs grundlegende Prinzipien ableiten, die als Orientierung für die Gestaltung von Meetings dienen können:

1. Klarheit vor Einladung

Jedes Meeting braucht ein klares Ziel und ein definiertes Ergebnis. Ohne diese Klarheit stellt sich die grundlegende Frage, ob das Meeting überhaupt notwendig ist.

2. Rollen explizit machen

Wer moderiert? Wer dokumentiert? Wer trifft Entscheidungen? Klare Verantwortlichkeiten geben Orientierung und Struktur.

3. Aufmerksamkeit aktiv gestalten

Aufmerksamkeit ist die knappste Ressource im Meeting. Sie entsteht nicht von selbst, sondern muss bewusst aktiviert und gehalten werden.

4. Gleichwertigkeit herstellen

In hybriden Settings ist es entscheidend, dass remote Teilnehmende gleichwertig eingebunden sind – in Sichtbarkeit, Interaktion und Einfluss.

5. Zeit ernst nehmen

Viele Meetings dauern länger als nötig. Eine klare Struktur und Fokussierung auf Inhalte helfen, Zeit effizient und sinnvoll zu nutzen.

6. Kultur schlägt Regeln

Formale Guidelines allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, wie Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird – im Verhalten, in der Haltung und in der Interaktion.

Es geht nicht (nur) darum, Meetings effizienter zu managen.
Sondern darum, Verbindung zu gestalten.

Meetings als Symptom – und Chance

Ein zentraler Gedanke, der aus dem Workshop hervorgeht: Meetings sind selten das eigentliche Problem. Sie sind vielmehr ein Symptom für tieferliegende Themen – etwa fehlende Klarheit, unklare Verantwortlichkeiten oder mangelnde Verbindung im Team.

Gleichzeitig liegt genau darin auch die Chance. Wer Meetings bewusst gestaltet, gestaltet Zusammenarbeit insgesamt.

Oder anders formuliert:
Es geht nicht (nur) darum, Meetings effizienter zu managen.
Sondern darum, Verbindung zu gestalten.

Designing Hybrid Connection Workshop

Verena Kroupa
ist Kommunikationsexpertin mit einem langjährigen Background in den Creative Industries. Ihrer Leidenschaft für Storytelling geht sie sowohl im Future Experience Forum als auch bei PLANET architects nach.