Unternehmenskultur ist kein Add-on. Sie ist die Grundlage, auf der alles andere aufbaut. Strategien lassen sich klar formulieren und messen, doch Kultur bleibt oft ein ungeschriebenes Skript – diffus, aber allgegenwärtig. Die Frage ist: Wie können wir sie bewusst gestalten?
Im Rahmen des Workshops „Creating Company Culture“ am 29. Jänner diskutierten Vertreter:innen von Unternehmen wie Schönbrunn Group, WKO, ÖBB Infrastructure, DODO, Montana Aerospace, PLANET architects u.a. genau diese Frage. Jeanny Gucher leitete die Session gemeinsam mit den Impulsgeber:innen Elisabeth Samhaber und Matthias Pöll von BRAINDS.
Kultur – mehr als ein eine Powerpoint-Folie
Kultur wird oft als „weicher Faktor“ abgetan. Doch ihre Wirkung ist stärker als man auf den ersten Blick denken mag. Denn: Kultur ist das, was bleibt, wenn niemand hinschaut. Sie zeigt sich in Gesprächen auf dem Gang, in der Art, wie Meetings ablaufen und wie Entscheidungen getroffen werden, so Elisabeth Samhaber, Geschäftsführerin bei BRAINDS.
Welche drei Dinge machen Unternehmenskultur sofort spürbar?
👉 Kommunikation – Wie wird gesprochen? Direkt oder diplomatisch? Förmlich oder kollegial? Werden Entscheidungen transparent gemacht?
👉 Räume – Fördert die Umgebung Zusammenarbeit oder Abschottung?
👉 Umgang mit Stresssituationen – Wie geht das Unternehmen mit Fehlern oder unerwarteten Herausforderungen um?

Eine gesunde Unternehmenskultur schafft psychologische Sicherheit, fördert Eigenverantwortung und ermöglicht produktive Reibung. Sie gibt Orientierung, ohne einzuengen, und sie entwickelt sich organisch weiter – nicht durch Zwang, sondern durch geteilte Überzeugungen, so Matthias Pöll, Executive Director Transformation & Leadership bei BRAINDS.
Aber wie schafft man es, dass Führungskräfte und Teams sich als aktive Gestalter der Unternehmenskultur verstehen?
Kultur kann nicht verordnet werden, sie muss erlebt werden, ist Samhaber überzeugt. Führungskräfte müssen Vorbilder sein – das erfordert Selbstreflexion und manchmal auch das Verlernen alter Muster. Statt nur über Werte zu sprechen, müssen sie erfahrbar gemacht werden: in Entscheidungsprozessen, in der Art, wie Erfolg definiert wird, in Anreizsystemen. Workshops oder Kulturinitiativen sind gut – aber sie müssen konsequent in die gelebte Praxis überführt werden.
Kultur wird erst spürbar, wenn sie konsequent in Handlungen umgesetzt wird.
Drei konkrete Ansätze:
1️⃣ Führung: Werte durch Handlungen sichtbar machen
Offenheit bedeutet nicht nur schöne Worte, sondern Räume, in denen Feedback ohne Angst vor Konsequenzen geäußert werden kann.
2️⃣ Teams: Kultur im Alltag erlebbar machen
Wertschätzung zeigt sich nicht in Leitfäden, sondern in konkreten Gesten – ein spontanes Lob im Teammeeting wirkt oft mehr als jede Unternehmensrichtlinie.
3️⃣ Rituale statt Routinen
Meetings sind Routine. Aber eine Mini-Gewohnheit – etwa die Frage: „Was hat dich diese Woche begeistert?“ – kann den Unterschied machen.
„Es gibt Unternehmen ohne Strategie – aber kein Unternehmen ohne Kultur.“
Gerhard Abel, FXF-Co-Initiator

Kultur als Erfolgsfaktor: Spürbar nach innen und außen
Unternehmenskultur wirkt nicht nur nach innen, sondern auch nach außen – und ihre Bedeutung wird oft unterschätzt. Denn Marken sind nur so stark wie die Kultur, die hinter ihnen steht.
„Konsument:innen spüren, ob ein Unternehmen für das steht, was es kommuniziert – und sie bestrafen Inkonsistenz“, betont Pöll.
Doch eine starke Kultur leistet weit mehr als nur Markenstärkung. Sie schafft Differenzierung, zieht Talente an, verbessert die Qualität von Entscheidungen und macht Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen. Werte und Mission Statements allein reichen dafür nicht aus – entscheidend ist, wie sie im Alltag gelebt werden.
Die gute Nachricht: Unternehmenskultur ist kein starres Konzept. Sie entsteht in jedem Moment neu – durch jede Interaktion, jede Entscheidung und jede Führungskraft. Dabei hat jede:r Einzelne die Möglichkeit, sie aktiv mitzugestalten.
„Kultur ist kein Setzkasten, den man einmal ordentlich schlichtet und dann ins Regal stellt.“
Jeanny Gucher
Lust auf mehr gelebte Kultur?
Aufgrund der großen Nachfrage findet am 18. Februar ein Zusatztermin statt. Lass dich gerne hier auf die Warteliste setzen.















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Verena Kroupa
ist im Future Experience Forum für Kommunikation zuständig.
Ihr Antrieb: neue Perspektiven, echte Einblicke und Austausch auf Augenhöhe – für Netzwerke, die tragen, und Arbeit, die Sinn stiftet.