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Im ständigen Austausch: Menschen, Technologien & Räume

Designerin und FXF-Impulsgeberin Corinna Danninger über das Büro von morgen

Es ist an der Zeit, das „Warum“ des Arbeitsplatzes neu zu definieren. Was soll das physische Büro letztlich erreichen? Was ist das übergeordnete Ziel?

Unternehmen sollen nicht nur technische Kompetenzen aufbauen, sondern auch soziale und empathische Fähigkeiten. Die eigene Unternehmenskultur kann gefördert und aktiv gelebt werden. Der Wunsch nach Zugehörigkeit, sozialer Interaktion, vernetzter Zusammenarbeit und lebenslangem Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil einer zukunftsfähigen und funktionierenden Unternehmenskultur. Dies führt dazu, dass die traditionelle Architektur – zum Beispiel das Raumprogramm eines Einzelbüros – aufgebrochen wird und Räume eine neue Bedeutung erhalten oder mehrere Funktionen parallel zugewiesen bekommen. Idealerweise werden in neu gestalteten Räumen die Unternehmenswerte sichtbar, spürbar und erlebbar.

„What really is changing in placemaking is the mindset of thinking less about employees as somebody that you transactionally provide accomodation to, but rather thinking about them as a consumer of an experience that you host and curate for them on site.“

Lenny Beaudoin

Nur physische Begegnungen und Beziehungen können das Büro wieder zum Leben erwecken. Kollektive Bereiche sowie Transitzonen wie Eingangsbereiche, offene Stiegenhäuser, Durchgangsbereiche oder integrierte Cafès erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der Gestaltung. Hier geht es um zufällige oder spontane Begegnungen, die das konzentrierte Arbeiten unterbrechen.

Nur physische Begegnungen und Beziehungen können das Büro wieder zum Leben erwecken.

Wenn Menschen miteinander interagieren, besonders in einer unterstützenden und positiven Umgebung, werden verschiedene Gehirnregionen aktiviert. Die Interaktion führt dazu, dass Dopamin und Oxytocin freigesetzt werden – Botenstoffe, die Gefühle von Freude und sozialer Bindung verstärken. Das Beobachten und Verstehen von Emotionen und Handlungen anderer aktiviert Spiegelneuronen, die Empathie fördern. 

Die kombinierte Wirkung dieser neurologischen Prozesse führt zu einem verstärkten Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Kollektive Meetingzonen sowie Möglichkeitsräume fördern zudem kreative Prozesse, die im Homeoffice nur schwer realisierbar sind.

Wenn Menschen miteinander interagieren, besonders in einer unterstützenden und positiven Umgebung, werden verschiedene Gehirnregionen aktiviert. Die Interaktion führt dazu, dass Dopamin und Oxytocin freigesetzt werden – Botenstoffe, die Gefühle von Freude und sozialer Bindung verstärken. Das Beobachten und Verstehen von Emotionen und Handlungen anderer aktiviert Spiegelneuronen, die Empathie fördern. 

Die kombinierte Wirkung dieser neurologischen Prozesse führt zu einem verstärkten Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Kollektive Meetingzonen sowie Möglichkeitsräume fördern zudem kreative Prozesse, die im Homeoffice nur schwer realisierbar sind.

Gerüche, Beleuchtung, Umgebungsgeräusche, Farben und Materialien können unsere Produktivität sowie unsere physische und psychische Gesundheit wesentlich beeinflussen. So ist das sogenannte Biophilic Design bereits zentraler Gestaltungsansatz, den die Innenarchitektur berücksichtigt, um langfristiges Wohlbefinden zu fördern und die Gesundheit der Einzelnen zu stärken.

Bei PLANET architects, wo ich als Head of Design tätig bin, haben wir durch unsere jahrelangen Erfahrungen mit unterschiedlichen Arbeitswelten viele Parallelen im Wandel von Unternehmen erkannt, welche gerade einen Veränderungsprozess durchleben. Deshalb begleiten wir unsere Kundinnen gerne schon in der „Phase 0“, bevor wir überhaupt wissen, wie die neuen Räumlichkeiten ausgestattet und gestaltet sein sollen. In dieser Phase stellen wir viele Fragen, führen Einzelinterviews, bieten unkonventionelle Workshop-Formate an und fördern das Weiterdenken. Besonders aufschlussreich ist es, mit verschiedenen Gruppen von Nutzerinnen zu arbeiten und ihnen neben dem Leadership-Team eine gleichberechtigte Stimme zu geben. Inklusion spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, um das Wir-Gefühl zu stärken und das Bedürfnis nach einer sinnstiftenden Tätigkeit zu fördern.

„It is also a call to arms. A challenge to re-establish the ‘why‘ of the workplace. What is the office ultimately there to achieve? What is its supreme purpose? We believe the workplace reset needs to start here, not with design but first with clearly stating what role the office is playing in achieving organizational objectives. Define the purpose of the corporate office and you can more easily schedule the functional requirements. Once function is determined, then the aesthetic form can flow from there.“

leesmanindex.com


Wo beginnt und wo endet das Erlebnis im Büro?


Es beginnt bereits vor dem Ankommen im Gebäude, mit der Auseinandersetzung mit der Unternehmensmarke. Sie wird maßgeblich durch die Interaktion von Menschen in Räumen beeinflusst. Und das Büroerlebnis endet nicht beim Verlassen nach einem langen Arbeitstag, sondern kann durch Remote Work, virtuellen Team-Austausch und Aktivitäten über digitale Plattformen fortgesetzt werden. Insgesamt kann die Erfahrung sowohl physische als auch virtuelle Elemente umfassen.

„Der Einsatz künstlicher Intelligenz und immersiver Technologie wird einen zentralen Faktor produktiver Teamarbeit nicht ersetzen können: menschliche, vertrauensvolle Beziehungen.“

Jeanny Gucher

Die rasante Weiterentwicklung von Technologien wird die Zukunft des Büros maßgeblich mitbestimmen – im steten Austausch mit uns Menschen.

„Trust is the new currency of the Exponential Age, of the Experience Economy, in all it’s verses, multi-verse or not! In fact, it’s perhaps all [Trust] that’s left to define us humans – and we may yet have to (re)define it – something we are labelling regenerative leadership for now.“

Dr. Luke Soon

Wir haben heute keine Lösungen für das Büro in zehn Jahren. Deswegen ist es wichtig, heute schon flexible, kuratierte Raumprogramme zu entwerfen, die gleichzeitig anpassungsfähig sind und agil in unseren Denk- und Designprozessen bleiben.

Quelle:
Publikation – Desktop, S. 14,15
Herausgeber:innen: New Design University, 2024
Zitate:
Lenny Beaudoin, CBRE Global Head of Workplace
leesmanindex.com, The Workplace reset. A minimal viable
Jeanny Gucher, Future-Work-Expertin
Dr. Luke Soon, Genesis – Human Experience in the Age of Artificial Intelligence

Corinna Danninger
ist Head of Design bei PLANET architects und Co-Founder von design pool. Mit ihrem geballten Know-How in Grafik- und Interior Design bringt sie eine klare Vision ins Future Experience Forum: Design als Tool für echte Veränderung im Arbeitsumfeld.